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Wenn Mitarbeitende zu viel preisgeben: KI-Risiken im Arbeitsalltag

Lesezeit: 2 Min.

Künstliche Intelligenz hält mit hoher Geschwindigkeit Einzug in Unternehmen. Sie automatisiert Prozesse, unterstützt Entscheidungen und eröffnet neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig wächst jedoch die Erkenntnis, dass KI nicht nur Effizienzgewinne bringt, sondern auch neue, teils schwer kalkulierbare Risiken erzeugt. Genau an diesem Punkt setzt das aktuelle Allianz Risk Barometer 2026 an, das in diesen Tagen veröffentlicht wurde.

Auffällig ist, dass viele Risiken weniger aus der Technologie selbst als aus ihrem praktischen Einsatz entstehen. Mitarbeitende geben sensible Informationen in KI-Werkzeuge ein, ohne sich der Tragweite bewusst zu sein. Dadurch werden Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und geistiges Eigentum potenziell gefährdet. KI wird so zur neuen Schwachstelle im Unternehmen – nicht aus bösem Willen, sondern aus Unkenntnis oder fehlender Orientierung.

Typische Risikofelder beim KI-Einsatz

Aus der Analyse ergeben sich mehrere wiederkehrende Problemfelder:

  • Unzuverlässige Ergebnisse: KI-Systeme sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wurden. Unvollständige oder verzerrte Datengrundlagen können zu falschen Ergebnissen führen, die im Arbeitsalltag kaum als solche erkannt werden.
  • Rechtliche Unsicherheiten: Die Nutzung fremder Inhalte oder nicht eindeutig lizenzierter Daten kann Urheberrechte verletzen und finanzielle Folgen nach sich ziehen.
  • Datenschutz und Reputation: Datenschutzverstöße wirken sich nicht nur juristisch aus, sondern schädigen auch das Vertrauen von Kundinnen, Kunden und Geschäftspartnern – oft nachhaltiger als erwartet.

Diese Risiken machen deutlich: KI ist keine rein technische Frage, sondern berührt zentrale Bereiche der Unternehmensverantwortung.

Internationale Wahrnehmung – und der deutsche Sonderweg

Im internationalen Vergleich wird KI inzwischen als eines der bedeutendsten Unternehmensrisiken eingeschätzt. In Deutschland fällt die Bewertung deutlich zurückhaltender aus. Hier rangiert KI in der Risikobetrachtung weiter hinten und spielte in früheren Befragungen kaum eine Rolle. Das kann darauf hindeuten, dass Risiken unterschätzt werden – oder dass die Auseinandersetzung damit aufgeschoben wird. Mit potenziell unangenehmen Folgen.

Warum Aus- und Weiterbildung entscheidend ist

Ein zentrales Ergebnis des Allianz-Reports: Viele KI-Risiken lassen sich wirksam begrenzen, wenn Unternehmen gezielt in Qualifizierung investieren. Aus- und Weiterbildung schaffen die Grundlage dafür,

  • Funktionsweisen und Grenzen von KI realistisch einzuschätzen,
  • rechtliche und datenschutzrechtliche Anforderungen zu verstehen,
  • klare Regeln für den Umgang mit KI-Tools zu etablieren,
  • Mitarbeitende für kritische Situationen zu sensibilisieren.

Damit wird Weiterbildung zu einer präventiven Maßnahme im Risikomanagement – vergleichbar mit IT-Sicherheit oder Compliance.

Fazit

Künstliche Intelligenz verändert Unternehmen grundlegend. Ob sie zum Wettbewerbsvorteil oder zum Risikofaktor wird, hängt weniger von der Technologie selbst als vom Wissen und der Kompetenz der Menschen ab, die sie nutzen. Der Allianz-Report macht deutlich: Wer KI verantwortungsvoll einsetzen will, kommt an systematischer Aus- und Weiterbildung nicht vorbei.


Quelle: Allianz Commercial, Allianz Risk Barometer 2026 (Januar 2026) https://commercial.allianz.com/news-and-insights/reports/allianz-risk-barometer

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Ulla Blohberger. Foto: Alexander Heimann

Über die Autorin

Ulla Blohberger ist Betriebswirtin und Master of Arts Erwachsenenbildung. Seit 1992 leitet sie die PCS Akademie und berät Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung betrieblicher Weiterbildung.
Im Lernkompass schreibt sie für alle, die Weiterbildung verantworten, mit dem Ziel, Orientierung zu geben: zu Formaten, Qualität und dem sinnvollen Einsatz neuer Technologien.